Beiträge von Karduum ma Aarif

    Hmm, klingt als sucht ihr die eierlegende Wollmilchsau des größtmöglichen Spielkomforts.


    Hier bei uns findet PvP rollenspielgebunden statt, das heißt härtere Gangart ja, aber ausgespielt.

    Auch Raids sind möglich, aber ebenso rollenspielgebunden, ein einfaches "die gefallen uns nicht" reicht als Begründung in der Regel nicht.


    Wipes werden so weit als irgendmöglich vermieden, da sich hier Spieler teilweise in langer Arbeit etwas aufgebaut haben.

    Das regelmäßig zu zerstören wäre frustrierend und auch nicht im Sinne eines fortlaufenden Rollenspiels.


    Die Drop- und Entwicklungsraten sind normal. Man steigt gut auf, muss aber schon einiges tun um dann 50 zu werden.

    Geschenkt bekommt ihr hier nichts.

    Außer Spaß am Rollenspiel.

    Sucht ihr das, seid ihr goldrichtig und werdet euch auch keinen Kopf ums leveln machen, weil die Zeit mit haufenweise Spaß vergeht.

    All solche Dinge muss ein Spielleiter ebenso erzeugen.

    Wir müssen uns Tulak Rar so real wie möglich vorstellen können, wie würde er auftreten, wie würde seine Stimme klingen, was drückt sein Gesicht aus?

    Ich verspreche dir: 2-3 Posts und der Server hätte Schiss vor ihm!

    Das wiedrum schafft Motivation etwas gegen ihn zu unternehmen, Wege zu suchen.

    Spieler die "nicht aus den Puschen kommen" sind in aller Regel Fehler des Spielleiters. Hier bei uns zu 100%, denn ich erlebe hier eine wahre Masse an hochmotivierten Rollenspielern.

    Haben die villeicht einfach zu wenig Input um zu reagieren?

    Haben die vielleicht schon einiges gemacht und du hast es nur nicht wahrgenommen?


    Einfach die Spielregeln erweitern, ohne einen Hintergrund dazu, das frustet einfach nur und hat mit Zusammenspiel nix zu tun.

    Wäre da vorher ein Post im Forum gekommen, in dem Tulak Rar beschrieben wird, wie er verzweifelt auf ein bestimmtes Ereignis wartet, dass er Zeit gewinnen muss um etwas bestimmtes tun zu können. Schon hätte die gesamte Spielerschaft diese Veränderung der Gegebenheiten problemlos akzeptiert.

    Dazu muss man noch nichtmal schreiben auf was er wartet.

    Ich kann so sogar eine Zeit überbrücken, wenn mich im RL etwas vom questen abhält, ohne damit den Spielern den Questverlauf zu vermiesen und das RP am laufen halten.


    Und noch was ganz wichtiges:

    Als Spielleiter in Charakter werde ich niemals OOC Kommentare abgeben, sondern IC bleiben soweit irgend möglich.

    Nur wenn es für den Spielverlauf unbedingt notwendig ist, gehe ich kurz OOC.

    Denn sonst wird mein Char wiederum falsch wahrgenommen und die ganze Stimmung ist am Arsch.

    Ich sage nur Tulak rar, tanzend vor seinem Türmchen.

    Und 10 Minuten später soll ich ihn als unbarmherzigen Tyrann dieser Welt wahrnehmen?

    Darauf haben Spieler sogar hingewiesen!

    Ich war wohl nicht der Einzige, für den in diesem Moment das Ereignis eigentlich gelaufen war.

    Ich hätte sogar das porten der fehlenden Spieler komplett in Charakter gemacht:

    "Wo ist der Wurm den ihr XYZ nennt, wie kann er es wagen nicht zu erscheinen?"

    *Tulak beschreibt mit einem Arm einen Kreis in der Luft, woraufhin ein Sandwirbel entsteht*

    "Komm her mein kleiner Wurm, du kannst dich vor Tulak Rar nicht verstecken!"

    PORT.



    Für mich ist sonnenklar das du von all dem keinerlei Ahnung hast.

    Und du magst ja eine andere Ansicht von RP haben, das sei dir unbenommen.

    Aber dann wirst du früher oder später allein mit deiner Ansicht auf einem nahezu leeren aber mit Sicherheit RP toten Server deine Skelette spawnen.


    Der Server lebt von seiner Spielerschaft!

    Denk mal drüber nach.

    Nun denn Glühwo.

    Deine Antwort hat leider bestätigt was ich mir schon dachte, nämlich das du wenig bis keine Erfahrung hast was Rollenspiel in einem PC Spiel betrifft.

    Ich hingegen kann aus Erfahrung sprechen, da ich jahrelang als Gamemaster auf einem Ultima Online Freeshard genau deine Aufgabe wahrgenommen habe: Gilden- und Serverweite Questen. Im übrigen bin ich da nicht alleine, sowohl Dschamal, als auch Barloran verfügen über genau die gleiche Erfahrung, was der eine oder andere vielleicht schon geahnt hat.


    Wir spielen ein Spiel am Computer.

    Dieses Spiel gibt uns den Rahmen für unser Spiel, es liefert die Technik, sorgt dafür das wir uns bewegen, kämpfen, bauen und überleben können.

    Was es nicht macht, einfach weil es das nicht kann ist Emotion erzeugen. In Solospielen gelingt das über gescriptete Ereignisse und Questen. Du wirst aber feststellen, dass die erfolgreichsten derartigen Spiele, wie Witcher oder Skyrim dabei den Einfluß des Spielers auf diese Ereignisse so weit wie möglich zulassen, ja sogar fördern und erzwingen. Die Entscheidungen des Spielers verändern den Verlauf des Spieles teilweise weitgehend, aber logischerweise begrenzt.


    Auf unserem Server sind gescriptete Ereignisse zur Erzeugung von Emotionen kaum vorhanden, weil in einem MMORPG die Möglichkeiten der Spieler zu vielfältig sind um abschätzen zu können wohin die Reise geht und alle Entscheidungsmöglichkeiten voraus zu sehen oder zu kontrollieren. Meist wird nur ein sehr grober Rahmen vorgegeben.

    In Conan Exiles liegt der Schwerpunkt noch dazu auf dem PvP und dem Survival, was gescriptete Ereignisse noch seltener macht.


    Du hast also das technische Grundgerüst eines sehr guten Fantasygames, musst aber um daraus ein gutes Rollenspiel zu bekommen, die Emotion, die Questen und die Entscheidungsfreiheit des Spielers von außen über Spielleiter einbringen, die letztenendes gerade zu dem da sind was du so vehement ablehnst: Die Spieler zu bespaßen und so die Community und den Server zu gestalten. Natürlich funktioniert das nicht als Einbahnstrasse, auch die Spieler müssen ihren Teil leisten, damit die Welt wächst und gedeiht.

    Aber die Spielleiter sind sozusagen die Programmierer der Welt, sie geben Richtungen vor, setzen Grenzen, schaffen Möglichkeiten, greifen regulierend ein wenn sich Gleichgewichte zum Nachteil des Spielspaß verschieben und formen so im besten Fall eine selbstlaufende Fantasywelt in der beide Seiten den Alltag vergessen können.

    Spielleiter sind Dienstleister!

    Und das ist beileibe kein einfacher Job, das ist oft knallharte Arbeit. Umso wichtiger sind Spaß und Motivation desjenigen der die Aufgabe übernimmt.

    Und die Bezahlung seiner Dienste ist die Reaktion, das Feedback der Spieler, deren Teilnahme und Unterstützung an diesem Gestaltungsprozess.


    Die Werkzeuge des Spielleiters sind:


    Rollenspiel

    Hier ist der Spielleiter im Grunde ebenso uneingeschränkt in seinen Möglichkeiten wie die Spieler. Er muss mit seinem Spiel einen Rahmen vorgeben, Anreize schaffen, Stimmungen erzeugen und die Spieler gefühlsmäßig mitnehmen, so wie das jeder einzelne Spieler tun muss um seine Mitspieler zu gewinnen und Spaß zu haben.

    Nur macht das der Spielleiter in einem wesentlich größeren Rahmen: Serverweit.


    Engine

    Der Spielleiter kann die Welt manipulieren um spielreale Ereignisse wie Angriffe, Zerstörung, aber auch Belohnung und Schutz zu erzeugen.

    Auch darüber läßt sich viel Stimmung erzeugen, aber die Möglichkeiten sind technisch begrenzt, je nachdem was die Entwickler einem zugestehen.

    Im Idealfall erfolgen diese Manipulationen der Engine durch den Spielleiter so unauffällig wie möglich und immer so, dass die Spieler durch ihr Spiel die Richtung mitbestimmen.

    Einfach hingehen und ohne wirklich gutes RP und Vorarbeit Gegner spawnen ist stinklangweilig und erzeugt außer Frust nichts positives beim Spieler.

    Hier muss man Vorarbeit leisten, den Spielern Gelegenheit geben sich vorzubereiten und vor allen Dingen, man macht das niemals spontan weil es dann zu über 90% in die Hose geht.

    Ein Minipost im Forum:

    "Nachdenklich zieht Tulak Rar seine Kreise im Arbeitszimmer seiner Festung. Diese Eisenwölfe! Sie stellen sich offen gegen ihn. Das kann und darf er nicht dulden, nicht dass andere dem Beispiel folgen. Morgen, ja, Morgen in den Abendstunden, da wird er sie heimsuchen, ihnen ein für allemal seine geballte Macht zeigen und sie auf ihre erbärmlichen Knie zwingen! Dann geht er mit einem teuflischen Lächeln zu dem Buch der Beschwörungen, welches lederschwer auf seinem kunstvoll gefertigten Podest liegt. Wie war noch gleich die Formel um einen Skelettdrachen zu beschwören?"

    Nichtmal 2 Minuten und die Spieler haben

    * die Info wann es passiert und können regaieren falls sie keine Zeit haben (Absprache!!!)

    * wissen warum es passiert (keine Willkür!)

    * können sich vorbereiten (die eigentlich nur im RP vorhandenen Wachen durch NPC-Kämpfer ersetzen)

    * haben mit Sicherheit schonmal ein wenig die Hosen voll (Stimmung, Emotion!!!!!)

    Ja, da ist ein wenig OOC Wissen dabei, aber auch massig Spielspaß, anstatt frustrierte Spieler, oder?

    Sie haben sogar Zeit, sich untereinander zu besprechen, ob sie vielleicht doch seine Macht akzeptieren, oder können die Konsequenzen bedenken wenn sie es nicht tun. Beide Seiten gewinnen!


    Das Forum

    Im Forum kann ich als Spielleiter Dinge erklären, Aktionen vorbereiten, Stimmungen lenken und Handlungen voran treiben ohne von der Engine eingeschränkt zu sein.

    Im Regelfall gibt es Dinge die über den Spielchat nur schwer und eingeschränkt vermittelbar sind, weil der Spielchat einfach kein Medium zum Erzählen von Geschichten ist, sondern ein Kommunikationsmittel.

    Alles was über Kommunikation und das Darstellen aktuellen, kurzzeitigen Emotionen (EMOTES!) hinausgeht, ist hier nicht gut und Stimmungsfördernd darstellbar.

    Darüberhinausgehende Informationen sind aber lebenswichtig für das Spielerlebnis und die Stimmung auf dem Server, weil die Engine noch etwas extrem wichtiges garnicht kann:


    Die Wahrnehmung eines Geschehens oder einer Person geschieht bei einem Menschen durch eine ungeheure Masse an Kanälen.

    Mimik, Gestik, Haltung, Psychomotorik, Sprache, Geruch, Tonlage.....

    Um nur mal die offensichtlichsten zu nennen.


    All das kann uns die Engine nicht darstellen, sie kann lediglich Kommunikation ermöglichen.

    Darum nutzen wir im Rollenspiel Emotes, um nicht vorhandene Wahrnehmungskanäle zumindest teilweise und leider unzureichend zu ersetzen.

    Warum glaubst du, werden in Solospielen Unsummen für Motioncapturing und Hintergrundmusik ausgegeben?


    Im Chat kann ich keine Unmenge an Infos verarbeiten.

    Im Forum geht das wesentlich besser, wenn auch lange nicht perfekt.


    Beispiel:

    Karduums Geschichte vermittelt dem Leser ein Bild von meiner Spielfigur.

    Ja, du hast recht, all die Geschichten kann mein Gegenüber im Spiel nicht wissen.

    Muss er auch nicht und in aller Regel kann ein guter Rollenspieler solch OOC Wissen auch gut trennen.

    Aber er lernt den Char kennen, die Geschichten ersetzen ihm die Eindrücke die er bei einer realen Begegnung über seine Wahrnehmung erhalten würde.

    Ich erzeuge mit der Geschichte Wahrnehmung indem ich beim Leser ein Bild erschaffe.

    Wer sie liest sieht Karduum automatisch als schlitzohrigen Charmeur, als nicht ganz schlechten Krieger und als einen Getriebenen seiner eigenen Vergangenheit.

    Ebenso automatisch entsteht bei meinen Mitspielern InGame ein Bild, weil sie selbst eine Vorstellung haben, wie so einer in der Realität dastehen würde.

    Er stünde aufrecht, mit gewisser Körperspannung, vielleicht mit einem etwas aroganten Lächeln um die Mundwinkel und mit Sicherheit schaut er jedem weiblichen Wesen erstmal auf den Hintern um dann vielleicht ein wenig lüstern zu grinsen.

    Damit habe ich für meine Spielfigur einen Teil dessen ersetzt, was man an ihm sehen würde, wäre er real und kein Pixelmännchen.

    Hallo zusammen.


    Heute muss ich mir mal was von der Seele schreiben und leider wird sich dabei (nicht völlig zu Unrecht) eine Person besonders angesprochen fühlen.

    Ich hoffe Glühwo, du versteht es richtig, als Anregung und Hilfe und nicht als Kritik um der Kritik willen.


    Ich habe persönlich den Eindruck, dass unser RP-Server langsam etwas einschläft.

    In letzter Zeit brechen vermehrt Spieler weg, zumindest sieht man sie kaum mehr, geschweige denn liest man etwas von ihnen.

    An der Qualität des RP liegt es nicht, da haben wir Leute, die einiges drauf haben.


    Was in meinen Augen fehlt, ist ein Gesamtkonzept des Servers, der die verschiedenen Parteien verbindet.

    Verbindet nicht unbedingt in Friede, Freude, Eierkuchen. Durchaus auch in Auseinandersetzungen.

    Sowas wie ein gemeinsames Ziel, das aber jede Gemeinschaft auf ihre Weise zu erreichen versucht.

    Seebrugge eher auf die ruhigere Art, Die Verbannten mit dem Brecheisen und wieder andere vielleicht mit Magie.

    Das böte immer wieder auch Schnittpunkte, an denen es die Möglichkeit zum Zusammenspiel gäbe.


    Die Serverquest wäre hier eine gute Gelegenheit gewesen.

    Gewesen darum, weil sie in meinen Augen totgelaufen ist.

    Zwei Gründe:


    1.) InGame

    Hier kommt von der Quest nicht viel rüber, was Stimmung und Kitzel erzeugt.

    Wir hatten zweimal eine Ansprache Tulak rars, in denen nicht allzu viel rüber kam außer "Ihr seid Gewürm, unterwerft euch" und

    einige gespawnte Untote. Erklärende Emotes, oder welche die eine Stimmung beschreiben fehlten ebenso.

    Was hätte da ein *Tulak Rar umgibt eine Aura der Grausamkeit*, oder *Die Haltung Tulak Rars strahlt Kälte und nahezu unbezwingbare Macht aus*

    an Stimmung bringen können.

    *Mit einer beiläufigen Handbewegung wirft er etwas Sand in die Luft und aus dem Staub treten mehrere untote Krieger, welche tödliche Pfeile in eure Richtung feuern* oder

    *Die Kälte des Todes dringt durch Ritzen und Spalten in Seebrugges Gemäuern. Ihr spürt dass sich etwas nähert, etwas dunkles, grausames, unerbittliches*


    Ich für meinen Teil hatte eher den Eindruck Schauspieler an einem Filmset zu sein, der zwar spielen darf, aber keinerlei Einfluß

    auf die Handlung hat. Plötzliche Änderungen der Regeln inclusive, plötzlich sind es mehrere Tempel, plötzlich kommen noch Opfer hinzu.

    Hier kam der Eindruck auf "Oh, das passt mir jetzt nicht ins Konzept, dann schreib ich halt das Drehbuch um"

    Ich hatte nicht den Eindruck, durch mein Spiel den Lauf der Dinge auch nur um einen Millimeter verändern zu können.

    Das frustriert und nimmt die Motivation etwas zu versuchen, hat ja eh keinen Sinn.

    An den Spielern lag es nicht, sie waren bei beiden Events nahezu vollständig anwesend und haben auch in den Zwischenzeiten

    kräftig an der Quest gearbeitet.

    Leute wie Wüstenblume haben versucht die Spieler zu versammeln, aber irgendwann geht man nicht mehr drauf ein und all die Mühe

    verpufft, weil die Leut teilweise frustriert sind und sich lieber auf ihr RP in den Gemeinschaften konzentrieren, wo auf ihr Spiel eingegangen wird.


    Mit Sicherheit ist einiges davon der Tatsache geschuldet, das es noch kein vernünftiges Tool gab, welches es einem Spielleiter ermöglicht

    aktiver zu gestalten und einzelne Aspekte besser zu betonen.

    Aber RP ist auch ohne Engine möglich, wir spielen es täglich und schlagen uns dabei auch mit den Unzulänglichkeiten des Chats und der Engine herum.


    Umso wichtiger wäre dann auch:


    2.) Forum

    Wenn das Spiel nicht das hergibt was man braucht um die Spieler zu fesseln, dann muss außerhalb umso mehr geschehen.

    Man kann im Forum Stimmungen erzeugen die mit der Engine unmöglich sind, die sich aber im Spiel niederschlagen.

    Hier kann auf die Handlungen der Spieler reagiert werden, hier kann man zeigen dass man das Spiel der Spieler wahrnimmt und

    vor allem ernst nimmt.

    Aufhänger dazu sind mehr als genug vorhanden. Karduum hat sich zB Gedanken gemacht welche Rolle die Zeit spielt und

    auf was der Nekromant hin arbeitet.

    Da hätte man problemlos mit ein paar kleinen Hinweisen reagieren und damit die Spieler einfangen können, sie einladen

    aktiv an der Geschichte mitzuwirken, sich Gedanken zu machen und InGame mit den anderen aus zu tauschen.

    So wäre die Quest ganz allein, ohne GM weitergespielt worden und die Events wären die Krönung des Ganzen geworden.

    Keine Ahnung warum das nicht passiert ist. Hats nicht zum Drehbuch gepasst?

    Die Seherin hat es wenigstens ab und an hinbekommen, von ihr haben wir ein Bild bekommen, aber vom Hauptakteur der Quest kam null was auch nur den Ansatz von Stimmung erzeugt hätte.

    Hat Tulak eine Vorgeschichte, warum will er Unterwerfung, hat er größere Ziele? Ängste? Stärken?

    All das kann man wunderbar beschreiben, ohne dabei zuviele Hinweise auf die Quest zu verraten.

    Man kann damit die Spieler lenken, sich aber auch als Spielleiter von den Reaktionen leiten lassen, neue Wege einschlagen, die eigene Fantasie rennen lassen.


    Wie kann es sein, das gerade eine große Serverquest läuft, die vielleicht den Grundstock für das RP auf unserem Server legen soll,

    und im RP-Forum sind die meistgeklickten und geliketen Posts die Chargeschichten von einem Stummen und einem Weiberhelden der keine Frau ins Bett kriegt????????????


    Im Forum müsste die Hölle los sein zum Thema Tulak Rar!


    Neue Spieler, die hier auf das Forum treffen und sich einen Eindruck vom RP bei uns machen wollen, stehen eh erstmal vor verschlossener Tür, weil

    sie im RP-Forum nicht lesen können. Und kommen sie dann rein, finden sie immer noch nix weltbewegendes, was ihnen einen aktiven und attraktiven Server

    zeigen würde. So gewinnen wir keine neuen Spieler und die alten wandern nach und nach am.

    Rollenspiel lebt von Geschichten und die erzählt man in beiden Welten. Im Spiel und im Forum.



    Und all das zusammen wird meiner Meinung nach weder unserer Communitiy und unseren Spielern gerecht, noch dem Team, welches hier eine hervorragende Umgebung

    zur Verfügung stellt und sich mit Testservern etc Mühe gibt das Ding am Leben zu halten.


    Glühwo, ich schätze dich sehr, du hängst einen Haufen Zeit in den Server, testest Mods und Servereinstellungen, schlägst dich mit der Technik rum etc.

    Aber das RP bleibt dabei leider völlig auf der Strecke.

    Entweder hast du zuviel um die Ohren, dann brauchst du Unterstützung die dir den Rücken frei hält.

    Oder RP ist nicht so dein Ding und du bist eher Techniker, dann gib das RP ab oder rekrutier dir Leute die für dich in die Bresche springen wo es klemmt.

    Und wenn ich falsch lieg, dann erklärs mir.


    Aber ich sähe es ungern, wenn noch mehr Spieler verschwinden.

    Wir haben hier eine tolle Community und einen festen Stamm von guten Rollenspielern. darauf kann man einiges bauen.

    Das Stichwort muss aber GEMEINSAM lauten, dann laufen viele Sachen wie von allein.

    Also ich rechne eh schon mit zwei Wipes innerhalb der nächsten sechs Monate.

    Einmal wenn die neuen Biome kommen, um Datenbanken zu bereinigen und so Probleme mit ihnen schneller zu erkennen, indem man Altlasten ausschließen kann.

    Und dann mit Sicherheit zum Release, um einen sauberen Start zu ermöglichen.


    Auch ich hab mir schon Gedanken gemacht und sehe verschiedenste Möglichkeiten, wie die Admins die Folgen eines Wipes abmildern könnten.

    Das fängt bei erhöhten Dropraten an und hört bei aktiven Materialspenden auf.


    Man sollte meiner Meinung nach einen Wipe nichtmal unbedingt als schlecht ansehen, sondern als Chance verstehen Konzept und Ausführung seiner Bauten nochmal zu überdenken und Verbesserungen durchführen zu können.



    Was die Mods betrifft, denke ich dass unsere Beiden recht stabil sind und auch sehr gut upgedatet werden.

    Beide Mods sind von Funcom schon gefeatured worden und erhielten sogar seitens der Entwickler Unterstützung.

    Das spricht dafür, dass es sich nicht um Eintagsfliegen handelt, welche irgendwann einschlafen werden.

    Eine Narbe, verdeckt von einem Schmuckband.

    Sie erzählt eine Geschichte, eine Geschichte die Karduum nicht kannte.

    Er war oft verfolgt worden, Menschen und Tiere hatten nach seinem Leben getrachtet, ihn oft und ernsthaft verletzt.

    Aber niemals war er versklavt worden, nie im Rad angekettet gewesen.

    Er versuchte sich die Verzweiflung, die Wut vorzustellen, welche solche Narben hinterlassen würde.

    Es war unmöglich.


    Er berührte das Band. Es fühlte sich seltsam kalt an, dafür dass es so eng um einen warmen Hals lag.

    Jetzt war es ein Schmuckband, aber er dachte an das unerbittliche Eisen.

    "Glaub mir, das aus Stahl war kälter."

    Die Stimme kam von weit her.


    Karduum hatte ihr versprochen jeden zu töten der ihr Freiheit oder Leben nehmen wollte.

    Dies würde er für jeden Menschen in Seebrugge tun.

    Aber der Blick auf diese Narbe hatte etwas anderes ausgelöst.

    Plötzlich verstand er sie viel besser, warum sie war wer sie war, warum sie ist wer sie ist.

    Niemals würde man ihr die Freiheit wieder nehmen, eher ginge sie in den Tod.

    Wie unerträglich musste für sie die Gefangenschaft hinter der Barriere sein, der Anblick des grünen Schimmerns, das die Grenzen ihrer Zelle definierte.

    Bis dato hatte er Sympathie für sie empfunden. Nun gesellte sich Respekt hinzu.


    Er fühlte sich ein wenig schäbig, ihr in dieser besonderen, verletzlichen Situation, in der sie ihm Vertrauen schenkte, einen ihrer Dolche zu stehlen.

    Aber es gehörte zu ihrem Spiel und Karduum wusste das absichtliches Verlieren von ihr nicht geschätzt würde.

    Und es lehrte sie, ihm nicht zu sehr zu vertrauen, obwohl er sich nichts sehnlicher wünschte als Vertrauen.


    Daheim angekommen, begrüßte ihn wie immer seine Tänzerin.

    Er hatte sie nie Sklavin genannt, und doch war sie eben dies. Sie war nicht frei in ihrer Entscheidung bei ihm zu sein.

    Er hatte sie nie geschlagen, sich ihr nie mit Gewalt aufgedrängt. Aber welche Wahl hatte sie schon?

    Als sie sich an ihn schmiegte, streichelten seine Finger gedankenverloren ihren glatten, samtweichen Hals.

    "Bist du gern bei mir?", fragte er sie.

    Sie schlug die Augen nieder, sah zu Boden.

    "Ich bin da gerne, wo mein Herr es wünscht."


    Karduum schlief unruhig in dieser Nacht.

    Neben ihm eine versklavte Frau, die ihren Herrn nicht verstand und sich um ihr Leben sorgte.

    Hatte sie etwas falsch gemacht? War er ihr überdrüssig geworden? Würde er sie jetzt töten, weil sie für ihn keinen Wert mehr hatte?

    Drei Frauen


    Als Karduum an diesem Morgen erwachte, fühlte er sich erfrischt und in ausnehmend guter Laune.

    Der gestrige Abend hatte ihm einen Felsen von der Brust gerollt und ihm zum ersten Mal seit vielen Jahren das Gefühl gegeben,

    eins mit sich selbst und der Welt um sich herum zu sein. Seltsam, dies ausgerechnet in einem Gefängnis zu verspüren.


    Er erhob sich von seinem Lager und erklomm den Leuchtturm.

    Der Ausblick war wie immer atemberaubend. Vor sich der Fluß, welcher sich einem silbernen Band gleich durch die Landschaft schlängelte,

    hinter sich Seebrugge, das immer mehr Leben anzog und langsam aber sicher zu einer veritablen Stadt heran wuchs. Und dahinter, im aufgehenden Sonnenlicht gerade noch wahrnehmbar, das sanfte, grüne Schimmern der Barriere.


    Seine Gedanken wanderten, von seinem vergangenen zu seinem heutigen Leben. Zum ersten Mal gestattete er seinem Bewußtsein, jene Vergangenheit zu besuchen,

    vor welcher er geflüchtet war:


    Sein Name galt etwas in Tortage.

    Er war ein Krieger, einer mit dem es nur wenige in der Gegend aufnehmen konnten. Tatsächlich gab es wohl nur zwei, die das von sich behaupten konnten.

    Der Eine war der Schinder, sein Meister. Und dann ausgerechnet dieses Mädchen...

    Sie war schnell, hatte Reflexe wie eine Kobra und zeigte sich vollkommen immun gegenüber seinem Charme.

    Karduum genoß sein Leben in Tortage in vollen Zügen.


    Bis zu dem Tag als Menschen zu verschwinden begannen und einige Zeit später in den Wäldern wieder auftauchten, als willenlose Gestalten, deren Drang nach Blut

    unbändig war. Nicht wenige wurden zu Opfern dieser Leute.

    Es hatte eine Weile gedauert, bis sie die Quelle dieses Übels ausgemacht hatten: Ein Hexer hatte sich in den Bergen eingenistet und die Menschen mit dunkler

    Magie zu seinen willenlosen Dienern gemacht.


    Der Schinder führte zusammen mit Karduum den Sturm auf die Bergfeste des Hexers.

    Es war bestürzend, in bekannte Gesichter zu sehen und sie dann niedermetzeln zu müssen. Aber sie trösteten sich damit, dass jene schon tot und nicht mehr dieselben waren.

    Doch so sehr sie sich mühten, dem Hexer war kein Beikommen. Um Karduum herum fielen die Kämpfer wie Blätter im Herbst unter den Klingen der Hexendiener ebenso wie unter den Zaubern ihres Herrn.

    Der Schinder wurde von einem Fluch getroffen und starb unmenschlich brüllend in Karduums Armen.


    Sie flohen. Rannten um ihr Leben.

    In Tortage angekommen, verrammelten sie die Stadttore und wähnten sich einen Moment lang sicher.

    Doch sie hatten den Fluch mitgebracht. Mehr und mehr Menschen wandelten sich und wurden zu Dienern des Übels vom Berg.

    Immer verzweifelter kämpften die wenigen Verbliebenen Krieger gegen sie an, immer mehr fielen.

    Da sah Karduum sie auf die Verteidiger zukommen. Jene Kriegerin die ihm ebenbürtig war.

    Sie war gewandelt und zog mit ihrem Schwert blutige Gassen in den Reihen der Verteidiger.

    Karduum wußte, dass er sie als Einziger aufhalten konnte, doch er war wie gelähmt, konnte sich kaum bewegen.

    Die letzte Hoffnung hatte ihn in diesem Moment verlassen.


    Als sie ihn schließlich erreichte, die Augen voll des Blutdurstes, wich Karduum zurück.

    Doch sie gab ihm keinen Meter. Hieb um Hieb ging auf ihn nieder und wurde nur knapp pariert.

    Karduum war nicht bei sich, er war wie in Trance, ohnmächtig stehend, gehalten nur von trainierten Reflexen und unterbewußtem Überlebenswillen.

    Ein unverhoffter Schwinger schlug ihm das Schwert aus der Hand und die Kriegerin stürtzte sich auf ihn.

    Sie riß ihn zu Boden und versuchte das Schwert hoch genug zu bekommen, um es in seine Brust zu rammen.

    Das Ende war nah.


    Als Karduum wieder zu Sinnen kam, lag sie tot vor ihm. In ihrer Brust sein Dolch, seitwärts zwischen den Rippen genau ins Herz getrieben.

    Er starrte auf seine Hände, von denen das Blut der Kriegerin rann, das Blut von Rajana, seiner Schwester.



    Karduum lehnte auf der Brüstung des Leuchtturmes, einige Tränen rannen über sein Gesicht. Er sah sie vor sich, ihr Lachen, erinnerte sich an ihre

    Streiche, deren Opfer zumeist er gewesen war.

    Er hatte nicht bleiben können. Den Abschied hatte er lang geplant, aber nie wirklich umgesetzt.

    Nun konnte er nicht mehr anders, nun trieb ihn nicht Abenteuerlust davon, sondern Trauer und Schuld.

    Als er seine wenigen Habseeligkeiten packte, hörte er in einem anderen Zimmer seine Mutter weinen und in der Schmiede die Hammerschläge

    seines Vaters, welcher Trauer und Zorn in ein Stück Stahl trieb.

    Er ging in ein neues Leben, der Krieger war tot.

    Ein neuer Name und der Nervenkitzel des Betruges, die Sinnenfreuden und der Wein ließen ihn den Mann aus Tortage nach und nach vergessen.


    Seltsam, dass die Erinnerung ihn nicht mehr schmerzte.

    Karduum lächelte. Shaya.

    Er hatte sich getäuscht. Sie war ihm nicht so ähnlich wie er dachte und sein Wunsch sie auszubilden war ein Irrweg.

    Sie hatte ihren eigenen Weg die Dinge zu tun und war darin so gut, dass sie hinter seine zahlreichen Masken geblickt hatte.

    Karduum wußte nicht, warum er dieser Frau vertraute und warum er ihr all die Dinge erzählte. War sie SO gut?

    Nun, zumindest war sie nach seinem Wissen der einzige Mensch auf Erden, der seinen wahren Namen kannte.

    Vielleicht gab es in Tortage noch den einen oder anderen, welcher sich an ihn erinnern mochte, aber seine Eltern und die Meisten anderen von damals waren tot.

    Tarik.... Es hatte sich seltsam angefühlt, den Namen laut aus zu sprechen.

    Und doch hatte es ihn befreit.

    Shaya war eine vertraute Freundin geworden, aber außer dieser Freundschaft verband sie nichts miteinander. Zu unterschiedlich waren ihre Welten.

    Er konnte sie auch nicht ausbilden, denn sein Weg war trotz allem schon immer ein Weg des Stahls und des Blutes gewesen.

    Ein Weg den sie verabscheute. Sie würde ihren eigenen finden.


    So ganz anders war Calisha.

    Ein Wildfang wie er im Buche stand. Ihre Zunge stand ihren Dolchen in Schnelle und Schärfe in nichts nach und ihr Knie war gefürchtet

    unter den Männern im Hafen. Mancher hatte nach einer unvorsichtigen Bemerkung schon allzu intime Bekanntschaft damit machen müssen.

    Hinter dem Anblick des kleinen, eher zierlichen Mädchens verbarg sich eine Frau die genau wußte was sie wollte und was nicht und der kein Weg

    zu schmutzig und zu blutig war um genau dies zu erreichen.

    Außerdem hatte sie scharfe Augen und ihm auf den Kopf zugesagt was Dschamal und Barloran all die Zeit verborgen geblieben war.

    Karduum hatte versucht sie zu reizen, um einen Angriff zu provozieren. Sie hatte sich darauf eingelassen, aber so ruhig und kalt wie der Schnee auf einem winterlichen Berg.

    Und zu seiner großen Überraschung hatte sie ihn beinahe getroffen.

    Um weniger als Haaresbreite war er dem Dolchstoß gegen seinen Rücken ausgewichen und dabei beinahe ins Straucheln gekommen.

    Ebenso schnell und wendig war sie seinem Angriff ausgewichen, hatte den harmlosen Treffer kassiert, um den ernsthaften ins Leere gehen zu lassen.

    Sie musste seine Absicht in Sekundenbruchteilen erahnt und entsprechend reagiert haben.

    War Barloran blind oder ein Narr, dieser Frau das Schwert lehren und sie ihrer mächtigsten Waffe berauben zu wollen?

    Und bei all dem hatte sie noch genug Muße, sich mit ihm ein Duell zweideutiger Bemerkungen zu liefern, welches ihn mehr als einmal grinsen ließ.

    Aufgeben kannte sie nicht, jede Bemerkung wurde mit ein bis zwei Kellen mehr Pfeffer erwidert.

    Karduum fühlte sich so lebendig und ausgelassen wie ein junger Spund.

    Er hatte innerlich gelacht, als sie ihm vor einigen Tagen angeboten hatte, ihm zu helfen beim umgarnen der Frauen geschickter zu werden.

    Nun war er sich nicht mehr so sicher ob er die Hilfe vielleicht doch in Anspruch nehmen sollte.

    Doch bei wem sollte er sein neues Wissen anwenden?


    Bei Wüstenblume?

    Seine Züge wurden ernster als er an sie dachte.

    Von den drei Frauen in seiner näheren Umgebung war sie ihm am nächsten und gleichzeitig unendlich fern.

    Sein letztes Treffen mit ihr begann mit einem Streit und endete in einem Kuss.

    Seitdem hatte er von ihr nichts gehört, geschweige denn sie gesehen.

    Sicherlich hätte er ihr schreiben können, aber etwas hielt ihn davon ab.

    Hatte es mit seiner Veränderung zu tun?

    Wüstenblume war ebenfalls eine starke Frau, vielleicht die stärkste von allen. Aber sie war auch die undurchsichtigste von ihnen.

    Sie nahm extrem viel auf sich um, wie sie sagte, ihn und Seebrugge zu schützen.

    Was hatte sie davon das eine oder andere schützen zu wollen?

    Karduum war Realist genug um Liebe aus zu schließen, denn in diesem Falle hätte sie sich anders verhalten.

    Also verfolgte sie eigene Ziele und sowohl Seebrugge als auch er waren nur ein Teil des Puzzles.

    Nun, auch damit konnte er leben. Schließlich hatte auch er Ziele.


    Karduum lächelte dem Morgen entgegen.

    Seine Ziele waren im gleichen Moment gereift, in dem Karduum und Tarik sich vereinten.

    Der Tag begrüßte einen neuen Mann, und dieser musste dringend mit Dschamal reden, denn endlich hatte er den Stummen begriffen.

    Die erfrischende Kühle des Auwaldes tat den Pferden ausgesprochen gut.

    Sie kamen hervorragend voran und würden die Furt wohl lange vor dem Mittag erreichen.


    Tavus ritt am Ende der Kolonne, wo er die Marschordnung aufrecht erhalten und Nachzügler und Trödler antreiben sollte.

    Doch die Dritte war ein gut eingespielter Verband, so dass keiner der Männer angetrieben werden musste.

    Er ließ die Zügel locker und erlaubte der Stute den einen oder anderen Schnapper nach den frischen Trieben der Büsche und Gräser

    neben ihnen am Wegrand.

    Mähne und Schweif hatte er vor dem Ritt geflochten, damit sie nirgends hängen blieben, falls ein Ritt durchs Unterholz nötig wurde.

    Andere hatten die Mähnen geschoren, aber das gefiel Tavus nicht.


    Plötzlich ruckte die Kolonne. Scheinbar war weiter vorne gehalten worden.

    Tavus hätte nur zu gerne gewußt was da los war.

    Dann erinnerte er sich, dass es als Optio ja sogar seine Pflicht war, nach vorne zu reiten und zu sehen was den Marsch aufhielt.

    Also gab er der Stute einen leichten Rucker mit den fersen und arbeitete sich die Kolonne entlang.

    Vorn angekommen traf er den Zenturio recht nachdenklich am Waldrand stehen an.

    "Was gibt es, Zenturio, warum halten wir?"

    "Sie dich um, Tavus. Und sag mir was du siehst."


    Vor ihnen lag ein etwa dreihundert Meter weiter Einschnitt im Auwald.

    Zu ihrer linken war der Fluß mit der durch einige Stäbe markierten Furt und mehreren Stegen.

    Man hatte beiderseits des Flusses den Wald gerodet, um den Karawnen und Viehherden die Möglichkeit zu geben, sich vor der Durchquerung des Flußes zu ordnen.

    Dazu waren auf den Wiesen auch einige Gatter errichtet worden, welche an diesem Vormittag jedoch leer waren.

    Eine Strasse führte zur Rechten hin zu einer Stadt, die etwa anderthalb Kilometer entfernt war.


    Etwas machte Tavus nachdenklich, aber er konnte den Gedanken nicht festhalten.

    Sein Blick glitt wieder und wieder über die Szene, während ihm sein Zenturio aufmerksam zusah, ohne ihn jedoch zu stören.

    Alles wirkte normal, ein breiter Fluß, die Furt, da drüben die Kiesbank.

    Auf einer solchen Kiesbank hatte er als Kind immer mit seinen Freunden gespielt, während ihre Mütter die Wäsche gewaschen hatten.

    Dann die Stege, an denen normalerweise die kleinen Boote der Flußfischer lagen, wenn sie früh am Morgen vom Fang zurück waren.

    Die Viehgatter, in denen die Herden auf die Weiterreise oder den Verkauf warteten, welche nun leer in der Vormittagssonne lagen.

    Tavus lächelte. Es war heiß, trotzdem es bis zum Mittag noch gut zwei Stunden waren. Wie gerne wäre er jetzt wie ein kleiner Junge

    ins kühle Wasser gesprungen um sich ein wenig zu erfrischen.

    Und die Stadt, hinter den Hügeln dort, nicht weit von hier.


    Zufrieden sah sein Vorgesetzter, das sich Tavus´Gesichtszüge anspannten.

    "Es ist niemand hier. Kein Vieh um am Fluß zu trinken. Keine Frauen und Kinder, obwohl die Stadt nah ist. Die Fischerboote sind weg,

    obwohl um diese Zeit sicherlich keiner zum Fang draussen ist. Und um diese Jahreszeit sollten die Gatter voller Vieh sein."

    Der Zenturio nickte: "Und die Front ist weit hinter dem jenseitigen Flußufer, nichts vor dem die Leute Angst haben müssten."

    "Da fragt man sich doch wo die Leute sind und vor wem sie sich verstecken."

    "Sehr gut, Optio. Richtig gedacht. Das Ganze hier sieht nach Falle aus. Die Frage ist nur: Von wem und für wen?"

    "Für uns ist nicht gut möglich. Keiner weiß dass wir kommen. Welche von einer anderen Kohorte die die gleiche Idee hatten?"

    "Unwahrscheinlich, die sind alle an anderen Orten eingesetzt und nicht so beweglich wie wir."


    Beide beobachteten schweigsam das Gelände und hingen ihren Gedanken nach.

    "Am Ende müssen wir es doch riskieren.", schloß der Zenturio und setzte seinen Helm auf, "Wir senden 5 Mann zum Kundschaften rüber. Du führst."

    Tavus nickte knapp und zeigte auf vier Männer, welche sofort ihre Helme aufsetzten und ihre Speere aufnahmen.

    In einer offenen V-Formation gallopierten sie über das freie Feld bis zum Flußufer, um bei einem Überraschungsangriff genügend Bewegungsmoment zu haben.

    Doch es geschah nichts dergleichen.

    Am Fluß waren sie gezwungen langsam zu reiten, denn sie kannten die Furt nicht.

    Tavus trieb die Stute nur ganz sanft vorwärts und ließ sie den besten Weg selbst finden.

    Der Untergrund der Furt war fein gekiest und durch zahllose Viehherden recht festgetreten. Das Wasser ging etwa halb bis zu den nicht vorhandenen Steigbügeln.

    Im Hochsommer war es wahrscheinlich nicht mehr als ein Rinnsaal.

    Sie erreichten das andere Ufer und ritten ein Stück den Weg entlang, immer die Waldränder beobachtend.

    Nichts, rein garnichts. Vielleicht war ihr Mißtrauen unbegründet, vielleicht hielt ein Festtag die Leute fern vom Fluß.

    Tavus befahl seinem Flaggenträger die gewonnenen Informationen zu signalisieren.


    Der Zenturio sah die Signale am anderen Ufer des Flusses und setzte die Kolonne in Marsch.

    Was man mit fünf Reitern im Galopp erledigen konnte, war mit über 60 ein wesentlich langsameres Unterfangen.

    So erreichten sie erst nach knapp 10 Minuten das Wasser und begannen mit der Überquerung.

    Etwa ein Drittel der Kolonne war im Fluß, als Tavus etwas beunruhigte.

    Es war ein Geruch, schwach, aber wahrnehmbar roch es nach Rauch.

    Sein Blick hastete herum um die Quelle auszumachen, doch noch bevor sich seine Gedanken ordnen konnten, brach vor ihm das nackte Chaos aus.

    Ein Brandgeschoß aus einem Katapult schlug in den hinteren Reihen der Kolonne ein und trieb die panischen Pferde und ihre völlig

    überraschten Reiter in Richtung Fluß, wo sie sich mit denen vor ihnen heillos verkeilten.

    Das nächste Geschoß schlug am dieseitigen Ufer ein und hinderte das vordere Ende der Kolonne daran, wieder auf festen Boden zu kommen.

    Befehle wurden gerufen, verhallten aber in den ersten Sekunden ungehört, bis sich nach lähmend langsamen 30 Sekunden und mehreren Geschossen die ersten Männer formierten.


    Tavus sah das Unheil sich entwickeln und wußte dass man sie in eine nahezu perfekte Falle gelockt hatte.

    Unruhig wälzte sich Karduum im Bett hin und her.

    Er fand keinen Schlaf, zu aufgewühlt war er von den Ereignissen des Tages.


    Irgendwann stand er auf und begann mit den Formen, welche ihm der Schinder einst beigebracht hatte.

    Langsam kehrte Ruhe in seinen Geist zurück und er begann die Ereignisse ruhiger zu betrachten.

    Der Nekromant hatte die Bedingungen geändert. Karduum war sich sicher, dass bei der letzten Begegnung nur von einem Tempel

    die Rede gewesen war. Nun sollte jeder Clan einen bauen.

    Damit zeigte er seine Macht, zeigte dass er allein die regeln bestimmte.

    Dann gab er wiederum zwei Wochen Zeit.

    Zeit...der Zeit kam eine besondere Bedeutung zu. Der Nekromant schien auf etwas zu warten, aber auf etwas das unabhängig von Tempeln war.


    Dann das törichte Aufbegehren einiger Narren. Tulak hatte darauf mit einigen minderwertigen Kreaturen reagiert, die sie nahezu

    mühelos besiegen konnten. Keine wirklichen Gegner.

    Er spielte mit ihnen, gab ihnen immer gerade genug Hoffnung ihn besiegen zu können, dass sie im Spiel blieben.

    Auch der Kampf mit den Verbannten hatte lediglich dazu gedient, ihnen zu zeigen das er unverwundbar war.

    Karduum war sich sicher das der Nekromant einige hätte töten können, hätte er dies gewollt.

    Aber wieder war da das Element Hoffnung, das Bestreben sie alle im Spiel zu halten. Warum?


    Karduums Schwert zog seine genau bestimmten Bahnen. Schweiß rann ihm den halbnackten Körper entlang.

    Seine Bewegungen waren so präzise wie einst, seine Reflexe wieder so fein abgestimmt wie die einer Raubkatze.

    Und durch die Arbeit in der Schmiede war seine Stärke gewachsen.

    "Hüte dich zu zeigen zu was du fähig bist, denn damit verschenkst du den Vorteil der Überraschung, wenn sie es herausfinden!"

    So hatte der Schinder gesprochen.

    "Sei aufmerksam, beobachte jeden und jedes, nur dann wirst du wissen wann und gegen wen ein Kampf nötig ist."


    Weiter ging das Üben, weiter gingen die Gedanken.

    Warum wollte der Nekromant Zeit gewinnen? Für was?

    Oder wollte er sie lediglich von etwas ablenken, die Energie der Insassen dieses riesigen Gefängnisses bündeln, dass sie etwas bestimmtes nicht

    bemerken oder tun konnten?

    Karduums Gedanken wanderten weiter.

    Seltsam, alle mit denen er vorsichtig gesprochen hatte waren in Etwa zur selben Zeit hier angekommen. Einige früher, andere etwas später, aber es schien

    einen Tag zu geben, vor dem keiner hier gewesen war. War dies Gefängnis neu errichtet worden? Zu welchem Zweck?


    Karduum legte sein Schwert nieder und begab sich ins Bad, um seinen erhitzten Körper zu kühlen und sich den Schweiß vom Leib zu waschen.

    Seebrugge hatte zwei Wochen Vorsprung.

    Die Opfer konnten leicht erbracht werden, ohne viel Aufwand.

    Also hatten sie Zeit andere Wege zu gehen, heraus zu finden was der Nekromant im Sinne hatte.

    Nur wie sollte er Dschamal und Barloran davon überzeugen dies zu tun?

    Er war für sie nichts als ein Weiberheld und Aufschneider, einer den man duldete aber nicht achtete.


    Normalerweise wäre dies ein guter Zeitpunkt zu verschwinden, eine andere Gestalt anzunehmen und das Leben irgendwo anders

    neu zu beginnen. Er hatte seine Sachen ja schon gepackt und versteckt. Und doch hielt ihn eine seltsame Macht zurück.

    Karduum hatte sich verändert, sehr verändert.

    Sein Herz hing an diesem Ort und wenn er an Seebrugge dachte, dann dachte er lächelnd daran wieviele der Steine hier er selbst geschleppt hatte,

    wievile der Nägel, welche die Balken zusammenhielten er geschmiedet hatte.

    Er dachte an die Menschen, welche für ihn zu etwas Besonderem geworden waren und ihn doch nicht im geringsten kannten.

    Es war sein eigener Fehler gewesen ihnen nur die Person zu zeigen die er spielte.

    Einzig Shaya hatte einen Blick hinter die Fassade geworfen, und darum war sie für ihn so wichtig.

    Er begehrte sie nicht, was allein schon ein Wunder darstellte, aber er sah in ihr eine verwandte Seele, intelligent und wagemutig.

    Ihr hatte er Dinge offenbart, die kein Mensch wußte. Warum war ihm ein Rätsel, bestärkte ihn aber darin, dass sie eine besondere Gabe hatte,

    welche er fördern und zur vollen Geltung bringen wollte.

    Wenn sie doch nur nicht so stur wäre und ein wenig mehr Sinn für die Realitäten hätte.


    Ein Neuzugang in Seebrugge beschäftigte ihn.

    Calisha. Viel hatte er mit ihr noch nicht zu tun gehabt. Und doch war sie interessant.

    Frecher als es ihr gut tat, was mit ziemlicher Sicherheit der Grund für ihr Hiersein war.

    Und doch hatte sie etwas erfrischendes, belebendes.

    Seine Bemerkungen hatte sie wie selbstverständlich zurück gefeuert und sich in keinem Augenblick überrumpeln lassen.

    Als er sie zu sich eingeladen hatte, war sie ohne eine Spur von Scheu gekommen, hatte sich alles angesehen

    und sein Angebot das Bad zu nutzen sofort angenommen.

    Und auch da hatte sie seine Anzüglichkeiten geschickt gekontert, ohne ihnen im Mindesten auszuweichen.

    Karduum hatte auf dem Weg zum Treffpunkt noch lange innerlich gelacht.


    Er musste sich eingestehen, eine Heimat zu haben. Sie wuchs heran, füllte sich mit interessanten Menschen.

    Und er musste sich eingestehen, dass er sich stark verändert hatte.

    Karduum fühlte Verantwortung für die Menschen und für "seine" Stadt.

    Er wollte nicht weg, er wollte für das kämpfen was er mit den anderen teilte.

    Aber dazu würde er das größte Wagnis seines Lebens eingehen müssen:

    Anderen Menschen sein wahres Ich zu zeigen.

    * Überall im Land sind folgende Anschläge zu finden: *


    Vor den Toren Seebrugges, am nördlichen Ufer des großen Flusses, ist die Herberge von Tavus Aquilla entstanden.

    Hier finden all jene Herberge, welche nicht mit all ihren Tieren durch Seebrugge ziehen oder die Lasttiere während des Marktes unterstellen wollen.

    Im geschützten Innenhof bieten Handwerker, wie Hufschmiede, Gerber, Wagner und Rüstungsmacher den Reisenden ihre Dienste an.

    Am Brunnen mögen sie sich erfrischen oder an der Tafel Platz nehmen, an welcher einfache, aber billige und schmackhafte Speisen warten.

    Der Hafen von Seebrugge und die berühmte Taverne sind einfach und schnell zu erreichen.


    Die Herberge steht jedem offen der sich zu benehmen weiß.


    Preise sind im Haupthaus bei Tavus Aquilla zu erfragen.

    An Markttagen sollte eine Vorbestellung per Boten erfolgen, da die Stall- und Übernachtungsplätze begrenzt sind!



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    Moin!


    Nun hab ich Homebrew auf dem Testserver mal angespielt. Hier meine Eindrücke:


    Bugs:

    * In den Corrals kann man das Heizmaterial (Kohle bei mir) rausnehmen, es geht trotzdem die volle Zeit weiter.


    Allgemein:

    Homebrew gefällt mir sehr gut.

    Es erweitert das Spiel um einiges an Gegenständen und Werkstätten und fügt ein wenig Micromanagement hinzu.

    Der Vorteil ist dabei, dass sich keiner drauf einlassen MUSS, denn es werden keine Spielrelevanten Sachen produziert.


    Wer es allerdings möchte, kann sich ähnlich austoben wie in Farmville und co.

    Beete und Felder managen, Ernten einfahren etc.

    Alles in allem spaßig und es fügt meiner Meinung nach eine neue Facette im RP hinzu, den Bauern.


    Insgesamt denke ich, dass es den Handel antreiben wird, da nicht jeder alles spielen wollen wird.

    Dazu tragen auch die Marktstände bei, in denen wohl Material gehandelt werden kann.

    In wieweit man da außer Mats tauschen auch noch Handel treiben kann, konnte ich allerdings noch nicht testen.

    Die Martstände fügen aber in jedem Fall eine Währung ins Spiel, was auch ganz nett im RP sein kann, da sich diese Währung streng an Materialwerten orientiert

    und so einen realen Gegenwert im Spiel hat. Find ich klasse.



    Fazit:

    Homebrew ist keine Lebensnotwendigkeit, aber es bringt neuen Inhalt und gutes RP-Material.

    Scheinbar schaffen es tatsächlich begabte Modder, guten Inhalt ohne grobe Bugs ins Spiel zu bringen.

    Das sollte Funcom eigentlich zu denken geben.

    Hallo Admins.


    Ich fände es ganz gut, auf den Testserver ein Backup vom Liveserver aufzuspielen.

    Vielleicht ein oder zwei Wochen alt.


    Zum einen hätten dann die Chars schon das Level um die Sachen ausprobieren zu kännen.

    Zum anderen sieht man dann auch wie die Mods auf die bestehenden Strukturen und damit einhergehenden Performancebelastungen umgehen.

    BzW wieviel Performance die neuen Inhalte tatsächlich kosten auf einem bespielten und nicht leeren Server.


    Gruß

    Oli

    Sodele, hier mal mein Eindruck vom Chat:


    Ich bin hin und weg!

    Es ist noch lang nicht perfekt, man könnte sich da schon noch das eine oder andere wünschen.

    Aber im Vergleich zum Original ist es ein Meilenstein.


    + Übersichtlich geordnet

    + Die Farben sind so gewählt, dass man jederzeit perfekt und ohne Anstrengung lesen kann.

    + Mit Tab durch die Kanäle zappen

    + Flüstern! So kann man auch InGame mal jemand was privates flüstern.


    - Bis dato nur, dass bei mir das feststellen eines Kanals nicht geht, ich muss immer zappen. (Scheint aber bei mir zu liegen)

    Der Morgen im Feldlager der Schwarzen Legion glich denen der vergangenen Tage.

    Noch bevor die Sonne ihr Licht über die Zelte der Legion fließen ließ, waren die Männer bereits an der Arbeit.

    Zelte abbrechen, auf die Lasttiere verladen, Ausrüstung verpacken und die Ochsenkarren bereit machen.

    Fünf Kohorten der Legion waren hier stationiert. Zwei waren im Felde, eine bereit zum Verlegen und die restlichen Beiden im Grenzdienst.


    Noch früher waren die Männer der VI. Kohorte, der Kavallerie, zu Gange.

    Tavus strich im Fackelschein sanft die Flanke seines Pferdes mit dem Striegel aus, während das Tier freudig sein Kraftfutter fraß,

    welches alle Pferde bekamen um die Strapazen des Tages zu überstehen.

    Nachdem die Stute zu seiner Zufriedenheit gestriegelt war, legte er Satteldecke und den leichten Sattel auf.

    Tavus gurtete den Sattel noch nicht zu fest, das würde er erst kurz vor dem Aufsitz erledigen.

    Er ließ sie am Halfter angebunden, während er seinerseits die Rüstung anlegte und seine Waffen überprüfte.

    Lange wog er den golden schimmernden Helm in der Hand, auf dem eine prächtige blaue Mähne angebracht war.

    Gold und Blau, die Farben Tarantias, die Farben des Königs!


    "Du kannst dein Glück wohl noch nicht fassen, Tavus Aquilla, Optio der III. Zenturie, VI. Kohorte, der Schwarzen Legion seiner königlichen Hoheit.",

    begrüßte ihn ein frech grinsender Soldat, "Und elender Streber, das wollen wir nicht vergessen!"


    "Halte deine Zunge im Zaum, Soldat, oder die Peitsche wird das für dich erledigen!", schnauzte Tavus den Mann an.


    "Ha, kaum befördert, schon ein Arschloch!", bemerkte der Angesprochene trocken, bevor sich die Männer lachend in die Arme fielen.

    "Aber im Ernst, Tavus, meine Glückwünsche! Es hätte keinen Besseren und Würdigeren treffen können."


    "Danke, Thuran, mein Freund!"


    Beide Männer trennten sich kurz um ihre Pferde auf zu zäumen, bevor sie sich wieder vor dem Stallzelt des frischgebackenen Optio trafen.

    Sie schlenderten, die Pferde am Zügel führend, gemächlich durch das noch dunkle Lager der Legion zum Appellplatz.

    Dort wartete schon ein Offizier auf die Berittenen, bereit den Tagesbefehl aus zu geben.

    Tavus würde nun zum ersten Mal seinen Zenturio, einen erfahrenen Veteranen, als dessen Stellvertreter zur Ausgabe der Befehle begleiten.

    Entsprechend nervös war er, der junge Soldat, welcher aus ärmlichen Verhältnissen kommend eine ungewöhnlich schnelle und steile Karriere gemacht hatte.

    Vom einfachen Legionär, der Sandalentruppe, hatte sich Tavus zur Kavallerie hoch gearbeitet. Als Reiter durfte er auch an den königlichen Wettbewerben teilnehmen.

    Diese brachten den Siegern beträchtliche Summen und entsprechendes Prestige ein.

    Tavus hatte nie gesiegt, dies war den Mitgliedern der Adelsschicht und den Söhnen der Politiker und Berater des Königs vorbehalten.

    Doch seine Leistungen waren den Veteranen der schwarzen Legion, der Elite des Königs, aufgefallen. Selbige sorgten dafür, dass sein Name in der Schwarzen einen Klang bekam.

    Und so kam es, dass er eines Tages vor seinen Tribun gerufen wurde, der ihm mit deutlichem Widerwillen und schroffen Worten seine Ankommandierung in die zitternde Hand drückte.

    Nicht wenigen mißfiel diese Tatsache, da er trotz seines klingenden Namens zur Unterschicht Tarantias gezählt wurde.

    Hier im Feld allerdings spielte Politik kaum eine Rolle und seine Vorgesetzten hatten seine Leistungen über seine Herkunft gestellt.


    Bei der Kavallerie der schwarzen Legion wurde Tavus, wie alle Neuen, nur als Fohlen bezeichnet.

    Die Fohlen wurden sogenannten "Stuten" zugeteilt, erfahrene Reiter und Krieger, welche den Neuen alles beibringen sollten was wichtig für sie war.

    Als Fohlen hatte Tavus auch kein eigenes Pferd, sondern war für die Tiere seiner Stute zuständig.

    Jeder Kavallerist hatte drei Pferde: Sein Haupfpferd, ein Ersatz und ein Tragtier für die persönliche Ausrüstung.

    In den ersten Wochen lief das Fohlen mit dem Packpferd beim Tross, während die Reiter ihren Aufgaben nachgingen.

    hatten sie die besonderen Manöver der Schwarzen erlernt, durften sie dann und wann auf dem Ersatzpferd mitreiten, was ein sehr großer Vertrauensbeweis war,

    verzichtete doch der Veteran im Ernstfall so auf sein zweites Pferd.

    Tavus wurde Thuran, dem Stygier, zugeteilt und versah seinen Dienst sorgfältig. Bald schon wurden sie Freunde, was von den Oberen auch so gewollt war.

    Thuran war ein mehr als achtenswerter Kämpfer, hatte aber ein loses Mundwerk und wenig Ehrgeiz, weshalb er noch immer einfacher Soldat war.

    Nach einem halben Jahr wurden Tavus eigene Tiere zugeteilt und er bekam einen festen Platz in der III. Zenturie, an Thurans Seite.


    Seitdem waren 3 Jahre vergangen, in denen sich Tavus in mehreren Schlachten bewiesen hatte.

    Er hatte sein Blut gegeben für die Schwarze und sie zahlte es mit Treue zurück.

    Tavus wurde auf den Straßen Tarantias nicht mehr angespuckt, sondern ritt stolz erhobenen Hauptes durch die Stadt.

    Von seinem Sold ging ein Teil an seine Familie, ein Teil an den Tempel Mitras und ein weiterer Teil an die Tavernen der Stadt.

    Wie jeder anständige Legionär, stand Tavus auch beim Zechen seinen Mann und mehr als einmal musste sein Zenturio den Stadtwächtern gut zureden.

    Und nun war er befördert worden!

    Zum Optio, dem Stellvertreter des Zenturio der III.

    Für einen Mann aus den unteren Schichten der Stadt bedeutete dies viel, denn der Rang öffnete ihm die Tür, eines tages Zenturio und damit Offizier zu werden.

    Als Offizier der Schwarzen Legion wiederum konnte er sich darauf freuen, seinen Lebensabend im Adelsstand zu verbringen.

    Alles wovon Tavus träumte, eine Frau, Kinder, ein gesichertes Leben in seinem geliebten Tarantia, all das war in greifbare Nähe gerückt.

    Wenn er denn solange lebte...


    "Zuhören, Männer!", drang die Stimme des Tribun durch Tavus´ Gedanken.

    "Die Hauptaufgabe der Vi. Kohorte bleibt weiterhin die Sicherung der Grenze, während die Fußtruppen der VII. und IX. den aufständischen Dreckskerlen das Fell über die Ohren zieht."

    Ein unwilliges Murren ging durch die Reihen der Zenturionen, welche den langweiligen Dienst an der Grenze ebenso satt hatten wie ihre Männer.

    "Ja, ja, ich weiß! Aber beruhigt euch. Unser Tag wird kommen. In drei Tagen werden die Grashüpfer zurück beordert und übernehmen die Grenzsicherung.

    Und dann läßt man uns los, um die Versprengten zu jagen, zu finden und bis in die hintersten Winkel zu treiben, wo wir sie dann an ihren Eiern aufhängen und ihren Weibern zeigen was

    ein Hengst ist!"

    Nun erscholl zustimmendes Gelächter und Beifall zu den harschen Worten des Tribun.

    Mit einer energischen Handbewegung sorgte er für Ruhe.

    "Und damit das klappt, will ich wissen was da drüben los ist. Also werden I bis III einen kleinen Spähritt jenseits der Grenze unternehmen."

    Der Tribun öffnete eine in Leder gebundene Karte und bedeutete den Zenturionen der angesprochenen Einheiten näher zu treten.

    "Die Erste folgt dieser Straße bis zu dieser Ortschaft da." er deutete auf einen Punkt der Karte.

    "Ich will wissen ob wir dort ein Depot errichten können wenn es soweit ist. Schaut nach was es dort gibt und erregt so wenig Aufsehen wie möglich dabei.

    Seid freundlich und nett, wer weiß ob wir die Leute da nicht noch brauchen werden. Die sind eh schon verschreckt genug, soweit ich weiß ist da die VII vor einer Woche durchgekommen."

    Der Zenturio nickte knapp und ging zu seinen Männern. Wenige Momente später setzte sich die Einheit in Bewegung und stob Dreck spritzend der Straße nach.

    "Die Zweite nimmt sich die Hügelkette im Westen vor. Beschissenes Gelände dort für uns. Steinig und schroff, eine Tortur für die Pferde. Wenn uns die Pisser Ärger

    machen, dann von dort! Im Moment wird da Ruhe sein, die Front ist gut 20 Meilen weiter. Nutzt die Zeit und kundschaftet den Scheißladen dort aus.

    Wir brauchen Pfade, Stellen zum treiben und Stellen wo uns Hinterhalte erwarten. Jedes Wissen spart Blut, denkt dran!"


    Während auch die Männer der Zweiten abrückten, wandte sich der Tribun an Tavus und seinen Zenturio.

    Ein abschätzender Blick maß Tavus vom Scheitel zur Sohle:

    "Und diesem Fohlen vertraut ihr im Ernstfall meine geliebte Dritte an, Zenturio? Naja, euch kanns Wurscht sein, ihr seid dann ja tot!"

    Der Zenturio nahm Haltung an und erwiederte:

    "Jawoll mein Tribun. Dies ist Tavus Aquilla, Veteran vom Blutfelsen, sowie der Schlacht bei den Weizenfeldern. Er ist mein bester Mann und ich vertraue ihm mein Leben an!"

    Nickend erhob sich der Tribun. Die Nennung der beiden ruhmreichen Schlachten war unnötig, denn selbstverständlich kannte der Feldherr die Leistungen des jungen Optio.

    Schließlich hatte er dessen Beförderung unterzeichnet.

    Aber als Ehemaliger der Dritten und Kavallerist konnte er sich die üblichen Plänkelspiele nicht verkneifen.

    "Ich weiß, Zenturio. Und ich bin erfreut über eure Wahl. Meinen Glückwunsch, Optio Tavus Aquilla, möge Mitra euch geleiten auf eurem Weg!"

    Tavus richtete sich, wenn dies noch möglich war, noch gerader und nahm die dargereichte Hand.

    Doch bevor er etwas erwiedern konnte, hatte der Tribun sich bereits wieder der Karte zugewandt und zeigte auf einen markierten Punkt.

    "Für meine Dritte und den neuen Optio habe ich eine besondere Aufgabe. Ihr folgt dem Fluß, bis zu dieser Stelle. Reitet schnell, ihr müsst vor dem Mittag dort sein!

    Ihr werdet dort eine Furt finden. Die einzige für mindestens 10 Meilen. Sollten Aufständische aus dem Kampfgebiet der Neunten flüchten wollen, müssen sie mehr oder weniger da durch.

    Und ich will einen von denen haben!

    Der Punkt ist: Ich will nicht, dass jemand erfährt das wir einen haben."

    Ernst blickt der Tribun auf:

    "Ihr wisst was zu tun ist?"

    "Ja, mein Tribun!"

    "Gut. Dann reitet los. Feste Eisen und Mitra mit euch!"


    Ja, auch Tavus hatte verstanden.

    An diesem Tag würde nur ein Einziger lebend die Furt überqueren.

    Nachdenklich sitzt Karduum an seinem Tisch und beobachtet abwesend die Tänzerin am anderen Ende des Raumes.

    Vor ihm liegt ein Blatt Papier, eng beschrieben.

    Sein Blick fliegt noch einmal über die Zeilen, dann ruft er einen Sklaven.

    "Bring dies zur Festung der Verdammten, zu Händen der Set-Priesterin Wüstenblume. Geh, eile dich!"


    Als der Sklave den Raum verlassen hatte, lauscht Karduum den Klängen der Schmiede.

    Er seufzt kurz und beginnt einen Rucksack zu packen.

    Das nötigste wird er mitnehmen zur Baustelle, nur einige wenige Dinge.

    Die Schmiede wird von seinen Gesellen zusammengepackt.

    Es ist besser vor Ort zu arbeiten, als im weit entfernten Seebrugge.

    Seebrugge. Der Hafen, bei dessen Anblick Stolz seine Brust schwellen läßt.

    Die Bewohner, deren Lachen so gut tut.


    Dann packt er einen zweiten Rucksack.

    Einige persönliche Dinge, einige Dinge von Wert, welche man bei Bedarf schnell versilbern kann.

    Dazu Kleidung, Proviant und Waffen.

    Er weiß wo er diesen Rucksack verstecken wird, hat die Stelle gestern Abend noch ausgewählt.


    Es ist Zeit.

    Zeit aufzubrechen.

    Vom Rollenspiel her ist das doch absolut in Ordnung.

    Du hast gesiedelt und in deiner Nähe hat sich ein Clan erhoben. Dieser erhebt Anspruch auf die Herrschaft über das Gebiet. Soweit logisch.

    Sollte dein Char sich weigern, wird er gezwungen, in unserem Universum absolut logisch (war im realen Mittelalter übrigens auch ned anders)

    Dein Charakter hat nun 3 Möglichkeiten:

    1. Er bezahlt den Tribut (der OOC wirklich nicht übertrieben ist) und lebt friedlich im Reich der Verbannten. Eventuell genießt er sogar deren Schutz.

    2. Er leistet Widerstand. Dazu sollte er allerdings nicht allein sein, sondern sich reichlich Verbündete suchen. Siehe den eben beendeten Krieg.

    3. Er verläßt dieses Gebiet und siedelt wo anders.


    Bis dahin alles spielerisch in Ordnung und von beiden Seiten rollenspielkonform.



    Man müsste OOC prüfen wie groß das Einflußgebiet maximal sein darf, damit eben auch Ausweichmöglichkeiten ausreichend vorhanden sind und kein Clan wichtige

    Gebiete blockiert. Ebenso würden Probleme entstehen, wenn der Tribut unangemessene Härten für den Spieler hinter dem Char darstellen würden.

    Aber Zwirn ist für jeden problemlos, ohne große Gefahr und in Massen erreichbar, so dass 350 Zwirn pro Woche dein Spiel nicht über Gebühr belasten sollten.

    Ebenso hast du ja immernoch die Möglichkeit den Tribut neu aus zu handeln.



    Fazit: Sieh es nicht gleich als Gemeinheit, sondern als eine Gelegenheit deinen Char zu spielen und zu entwickeln.

    Vergangenheit:



    Tortage, Stadt der Laster, der Sünde und aller menschlichen Verderbtheit.

    Stadt der Piraten, Halsabschneider und Dirnen.

    Aber auch Ausgangspunkt manch ruhmvollen Lebens, Grundfeste soliden Reichtums und Wiege herausragender Krieger.


    Aus dem Innenhof einer Villa im besseren Viertel der Stadt, wo reiche Handwerker und Händler lebten, klang das scharfe Klatschen einer

    eingeweichten Weidenrute auf nackter, menschlicher Haut.

    Doch ein Schrei war nicht zu hören, nur ein verhaltenes Zischen zwischen zusammengepressten Kiefern, was den Vorrübergehenden

    sicherlich verwundert hätte.


    Wieder durchschnitt die Rute die Luft, zielgenau auf die Wade des etwa zehnjährigen Jungen treffend,

    welcher mit leicht gebeugten Knien vor einem grobschlächtigen, unrasierten Krieger mit mehrfach gebrochener, schiefer Nase stand.

    "Sicherer Stand, leicht in den Knien gebeugt, Oberkörper leicht nach vorn gebeugt! Wie oft muss ich es dir noch zeigen?"

    Wütend schritt Kirasch der Schinder um den Jungen herum, auf dessen Schultern sich ein Joch befand, mit Eimern an beiden Enden.

    "Warte nur, du lernst schon noch! Ich will mir nicht sagen lassen, ich hätte das Geld deines Vaters für nichts genommen!"

    Boshaft grinsend bei diesen Worten, legte der Schinder weitere Eisengewichte in die Eimer.

    "Los, noch drei Runden um den Brunnen, und vergiß nicht die Knie zu beugen!"

    Sssssiiiiip, fuhr die Rute wiederum ins Fleisch des Jungen.


    Karduum wußte beizeiten nicht, wen er mehr hassen sollte.

    Kirasch den Schinder, oder seinen Vater, den reichen Schmied und Kaufmann, welcher ersteren eingestellt hatte um

    seinen Sohn zu einem Krieger zu formen. Oft waren es beide gleichermaßen.

    Der Morgen begann mit dem ersten Sonnenlicht. Ein gutes Frühstück, ein flüchtiger Kuss seiner Mutter und dann in die Schmiede.

    Dort bediente er den schweren Blasebalg oder hielt mit stählernen Zangen die Werkstücke für seinen Vater am Ambos,

    auf dass dieser dem Stück die Vorform geben konnte.

    Um die Mittagszeit waren ihm ein oder zwei Stunden Ruhe gegönnt, während der er meist seiner Mutter half und nebenbei

    Dinge lernte, welche sein Vater verächtlich als "Weiberzeug" abtat. Karduum indes hing an den Lippen seiner Mutter und lernte

    begierig all die feinen Künste, die sie ihrerseits in gutem Hause gelernt hatte.

    Dichtkunst, höfisches Benehmen, wie man die Frauen betört und nicht zuletzt auch das Rechnen und Schreiben, dessen sein Vater bei aller

    Kunstfertigkeit nicht mächtig war.

    Karduum hatte früh durchschaut, dass der Reichtum seiner Familie zu gleichen Teilen der Kraft seines Vaters und dem Hirn seiner Mutter geschuldet war.


    Am Nachmittag folgten die Stunden bei Kirasch dem Schinder, ein wohlbekannter und weithin gefürchteter Krieger, von dem

    das Gerücht ging, er habe bereits an der Seite König Conans gekämpft.

    "Heb das Schwert aufrecht, nicht gesenkt wie bei der Axt. Es ist leicht und will tanzen wie eine Jungfrau."

    Diesmal zielte der Hieb auf seinen Oberarm, was zwar seine vernarbten Waden freute, aber Karduum dennoch innerlich Flüche brüllen ließ.

    Kirasch stellte sich an seine Seite und führte die entsprechenden Bewegungen vor.

    "So, und keinen Deut anders will ich es sehen. Los!"

    Karduum schwang das Schwert wie sein Lehrer die Gerte, was seinen durch die Arbeit in der Schmiede gestählten Armen zu verdanken war.

    Selten zollte ihm der Schinder Anerkennung, doch diesmal schwieg die Rute und er lächelte.

    "Sollten wir da so etwas wie Talent gefunden haben?"

    Doch nicht lange und der Innenhof war wieder erfüllt vom Zischen und Klatschen der Gerte.


    So vergingen Jahre, und aus Karduum wurde ein sehr guter Schmied und ein geschickter, mit allen Wassern gewaschener Kämpfer.

    Ein Kämpfer dessen Feinschliff in den Gassen und Tavernen Tortages erfolgt war, wo man ihn und seinen Lehrer lauthals verfluchte.

    Natürlich nur sehr leise und wenn man sicher war dass sie nicht in der Nähe waren.

    Doch Karduum erfreute sich nicht am Kampf.

    Er hatte heraus gefunden, dass man mit List und Intelligenz weit mehr erreichen konnte.

    Wozu die eigene Haut riskieren, wenn man dafür andere gewinnen konnte?

    Minimiertes Risiko, maximierter Gewinn!

    Er manipulierte, betrog und handelte mit der Hingabe und dem Vergnügen eines Mannes, der sein Metier gefunden hatte.

    Das andere das er gefunden hatte, waren die Freuden der Liebe. Und auch hier war er ein überaus fleißiger Student.

    Bei den Dirnen Tortages lernte er manchen Kniff, der ihm die Schlafzimmertüren reicher, aber unglücklicher Frauen öffnete.

    Und wie in seiner eigenen Familie, so waren die Schlüssel zu den Geldtruhen allzuoft bei den Damen zu finden.

    Waren diese erst einmal nach dem Liebesspiel erfüllt und glücklich eingeschlummert, fanden Schlüssel und Reichtum den Weg zu Karduum.

    Und selbstredend machten die armen Damen nur selten viel Aufhebens darüber, schon gar nicht bei ihren gehörnten Gatten...

    Die Beträge waren verschmerzbar und wurden gemeinhin als Lohn für die Liebesdienste angesehen, ja, manch Dame bezahlte ihn gar regelmäßig.


    Doch bald wurde Tortage zu klein für sein Treiben, zuviel sprach sich herum, zuviele lüsterne Blicke blieben irgendwann nicht mehr verborgen

    und zu klein waren die Geschäfte, als dass sie ihn befriedigen konnten.

    So packte er im Verborgenen seinen wenigen Besitz und seine wesentlich umfangreicheren Reichtümer und schiffte sich eines Nachts auf dem Boot eines Schmugglers ein.

    Nach 10 Tagen kam er in einen neuen Hafen in einer neuen Stadt, hatte einen seiner zahlreichen neuen Namen angenommen und fröhnte seinen alten Leidenschaften.

    Dann und wann wechselte er Stadt, Namen und sein Äußeres.

    Das einzige was dann von ihm blieb waren einige ärmer gewordene Kaufleute und Adlige und deren traurigen Ehefrauen, welche manch Tränchen verdrückten.



    Heute:



    Karduum war sich nicht sicher, ob er die angebotene, schwere Rüstung annehmen sollte.

    Eigentlich waren seine Tage als Krieger lang vorbei, so hatte er nur wenig Verwendung für solchen Ballast.

    Andererseits wurde sie ihm als Geschenk angeboten und in diesen Landen konnte man wahrlich jeglichen Schutz bitter gebrauchen.

    Während er noch überlegte, wickelte sein gegenüber eine Klinge aus einem Stück Leder, bei deren Anblick Karduums Augen glitzerten.

    Dies Schwert war eine Zierde und fühlte sich in Karduums Hand an wie der Körper einer wunderschönen Frau:

    Eine Mischung aus Kraft, Weichheit und Wildheit, welche jedem Manne zu gefallen weiß.

    Also wurde man sich einig, ein lächerlicher Preis wurde bezahlt und Karduum kehrte heim.


    Die anfängliche Ungeschicklichkeit beim Tragen der Rüstung, welche Barloran immer wieder geringschätziges Brummen entlockte, war nur zum Teil gespielt.

    Es war lange her und seine Muskeln mussten das Spiel mit dem Stahl erst wieder erlernen.

    Auch wollte er seinen Kameraden sein wahres Können nicht offenbaren, denn sie sollten ihn ruhig für den überheblichen Gecken halten, der in seiner

    Rüstung herum stolzierte und überheblich vorgab zu sein was er in ihren Augen nicht war.

    Von der Welt unterschätzt zu sein, war ein Vorteil den man nicht leichtfertig hergeben sollte!


    Nur wenn er allein war, vollführte er seine Übungen und Formen, wie der Schinder sie ihm gelehrt hatte.

    Und in der Dunkelheit seiner Kammer, vermeinte er dessen Schweiß zu riechen, seine Stimme zu hören und den Schmerz der Weidenrute zu verspüren.

    Immer und immer wieder, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat.

    Bis seine Muskeln die Bewegungen wieder reflexartig ausführten und seine Sinne wieder für den Kampf geschärft waren.

    Je besser er wurde, desto schwieriger war es allerdings, seinen Kameraden den unbeholfenen Gecken zu zeigen.

    Doch wie so oft kam ihm auch hier das Glück zur Hilfe:

    Bei einem Ausflug um Erz zu schürfen, wurden sie von Spinnen bedrängt.

    Gerade als Karduum zum Schlag ausholte, sprang ihm Barloran von der Schildseite aus in den Hieb.

    Keine Chance den Schwertstreich noch zu stoppen, weshalb er Barloran mit voller Wucht traf und nicht unerheblich verletzte.

    Den Göttern sei Lob und Ehre, der Kamerad war nicht tödlich getroffen und fluchte lauthals über das Ungeschick und die Dummheit Karduums.

    Karduum beschloß ihm dahingehend Recht zu geben, entschuldigte sich für "sein" Mißgeschick und gab sich schuldbewußt und gegrämt.


    Nun endlich fühlte Karduum sich bereit, zumindest Teile seiner Talente wieder aufleben zu lassen.

    Zum Wohle Seebrugges und seiner Bewohner, die ihm seltsamerweise ans Herz gewachsen waren wie nie ein Ort oder Menschen es geschafft hatten.

    Vielleicht weil ihn zum ersten Male Leute nahmen wie er war, dankbar für sein Können, verzeihend bei seinen Fehlern.

    Vielleicht auch wegen den Abenden in der Taverne, dem ehrlichen, gemeinsamen Lachens und Scherzens.

    Vielleicht wegen des Schicksals welches sie alle verband.


    Vielleicht, aber nur ganz vielleicht auch, weil ein Mann seine Geschichte selbst schreibt und sich ändern kann.

    Aber diese Möglichkeit wollte Karduum sich selbst am wenigsten eingestehen.

    Der Kater läßt das mausen nicht.

    Nicht ganz.

    Oh möge Crom diese Arbeit verfluchen! Ichspüre weder Arme noch Beine!

    Ihr könntet mir eine vestalische Jungfrau auf den Bauch binden, bei mir würde sich nichts regen.

    Die einzig rythmische Bewegung käme von meinem Brustkorb: gleichmäßige, schlafende Atemzüge...


    Wir besuchten den Sklavenmarkt der Verdammten.

    Ich hoffte inständig ein Paar beschlagene Stiefel ergattern zu können, aber vergebens.

    Dafür konnte ich mich davon überzeugen, dass dieser Pueros ein Mann mit Ideen ist.

    Innerhalb der Mauern zeigte sich eine äußerst durchdachte und trotzdem geschmackvolle Siedlung.

    Praktisch angeordnet und mit vielen Details, welche auf einen begabten Baumeister schließen lassen.

    Mein Respekt vor diesem Pueros wächst beständig.

    Ein mächtiger, aber auch gefährlicher Mann mit Visionen dessen was er erreichen will.

    Die gefährlichste Mischung die es gibt!

    Mein Tip: Er will sich hier sein eigenes Königreich errichten und sich selbst krönen.

    Nunja, warum auch nicht?

    Umso wichtiger erscheint es mir, ihn bestetig unseres Respekts zu versichern.

    Barloran und manch anderem mag das kriecherisch und falsch erscheinen, aber ich sage mir:

    "Knie bei Zeiten, dann stehst du im richtigen Moment!"

    Und es mag noch wichtig sein im richtigen Moment zu stehen...


    Sein erster Offizier und Handlanger ist ein gewisser Thanathan.

    Kämpferisch nicht zu unterschätzen, führt ein strenges Regiment bei den Sklaven und scheint in mancher

    Hinsicht genau zu wissen was er tut.

    Nur was Spionage betrifft, agiert er äußerst plump und naiv.

    Spion und Betrüger haben eines gemeinsam: Erkennt man sie, sind sie grottenschlecht in ihrem Metier!

    Ihm fehlt es an sprachlichem Geschick ebenso wie an der Finesse seine Informanten zu ködern.

    Er muss noch lernen, dass man nicht für alles einfach bezahlt, sondern sich Leute auch auf ganz andere, subtilere

    Weise gefügig machen kann.

    Nun, wie dem auch sei, ich habe in dem kurzen Gespräch einige interessante Dinge erfahren, welche mir künftig

    von großem Nutzen sein werden. Und zwei Namen, auf welche ich künftig mehr achten werde.


    Und ich entdeckte ein Badehaus!

    Ist es zu fassen?

    Ein richtiges Badehaus, mit duftenden Ölen, weichen Tüchern und Spezereien für Gaumen und Geist!

    Eine Schande nur, dass sie das gemeinsame Baden untersagen.

    Sie wissen ja nicht was ihnen damit entgeht!

    Ich verbrachte jedenfalls den Heimweg mit Plänen.

    Das Badehaus in Seebrugge kann ich dabei vergessen. Dschamal und Barloran wären da sicher wenig begeistert.

    Nein, ich brauche eine etwas intimere Lösung, ein dezenter Ort des Rückzuges.

    Mein Leuchtturm kommt da sehr gelegen.

    Nicht umsonst habe ich mich entschlossen, etwas außerhalb Seebrugges mein Heim zu errichten.

    Ich muss langsam mein altes Leben wieder auf zu nehmen.

    Und der Zeitpunkt ist günstig!

    Dabei ist es vielfach besser, einen Besucher diskret empfangen zu können, ohne die neugierigen Augen und Ohren des Dorfes.

    Um Dschamal mache ich mir dabei keine großen Sorgen. Das stumme Schlitzohr hat es faustdick hinter denselben.

    Und ich gehe davon aus, dass er mich eh längst durchschaut hat.

    Barloran hingegen ist da etwas anders. Eine ehrliche Haut mit festen Prinzipien.

    Er hätte sicherlich wenig Verständnis für manch Dinge, welche zu tun ich beabsichtige.


    Eines davon betrifft meine überaus betörende Smaragdviper.

    So faszinierend schön und doch ohne Zweifel von größter Gefährlichkeit, und allein darum schon prickelnd wie Schaumwein!

    Ihre neckischen Anmerkungen, die wie zufällig scheinenden Berührungen...

    Wer hätte gedacht das der Verführer verführt werden würde?

    Ich kann nicht umhin zu gestehen, dass sie mich in vieler Weise erregt.

    Die Sklavinnen sind wohl hübsch, aber der Akt mit ihnen ähnelt eher dem mechanischen Rammeln eines Tieres.

    Ich vermisse das lustvolle Vorspiel, das gegenseitige Verlangen und schließlich die Erfüllung wilder, ungezügelter Lust!

    Zu all dem sind Sklavinnen nicht in der Lage.

    Kaum ein Wort kann man mit ihnen wechseln, sie sehen einen ja nichtmal an!

    Ich erlaube ihnen im Haus schon so vieles, aber Barloran scheint sie gründlich und unwiderruflich gebrochen zu haben.

    Nicht gerade die wilde Gespielin welche man sich wünscht.

    Ganz anders die Smaragdviper. Intelligent, betörend und berechnend, immer wissend was sie will und was nicht.

    Eine Herausforderung an Geist und Libido, sicher nicht leicht zufrieden zu stellen, rundum ein kostbares Juwel in karger Umgebung.

    Ich verzehre mich schon jetzt nach unserem nächsten Treffen. obschon es dabei um andere Dinge gehen muss, welche wichtiger scheinen.

    Aber vielleicht hat sie es ja nicht eilig...


    Umso mehr muss ich arbeiten, damit alles rechtzeitig fertig wird.

    Und ich komme nicht umhin, den Rat und die Hilfe Shayas einzuholen.

    Frauen beweisen in solchen Dingen unfehlbaren Geschmack und Shayas Geschmack ist von exquisiter Art,

    wie man an der Schänke sehen kann.

    Den Göttern sei Dank das sie mich zu verstehen scheint und wohl auch ein kleines Geheimnis bewahren kann.

    Im Gegenzug habe ich ihr die Nutzung für eigene Zwecke zugesagt, ein Gedanke der ihr ebenso zu gefallen schien.


    Ja, die Zeiten mögen hart sein und arbeitsreich.

    Aber dennoch beginnen sie Interessant zu werden.

    Für mich jedenfalls...